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Die Restauration der Fresken in der spätgotischen Kirche Sankt
Nikolaus
'Anno
1389 ist St.Niclas-Khirchen erpaut vnnd aufferhöbt' - Das ist
das Zitat aus Handschriften, die
einen Hinweis für die Datierung der Erbauung der Kirche liefert.
Die Kirche besteht aus
einem quadratischen Zentralraum, dessen Gewölbe von einer runden,
auf
einem achteckigen Fuß ruhenden Säule getragen wird.
Das Äußere des
Schiffes ist glatt verputzt, nur der Chor weist vier Strebepfeiler
auf, die jedoch in
der Höhe der Spitzbogenfenster schließen. Turm und Kirche
gehören derselben Bauphase an. Auch
das Gewölbe von Schiff und Chor besteht ebenso wie der Turm
und das aufgehende Mauerwerk der Kirche aus heimischen Grünschiefer-Bruchsteinen,
die mit heiß gelöschtem Kalk gemauert wurden.
Der originale Dachstuhl
des Schiffes ruht frei tragend auf der Mauerkrone des Chorbogens
bzw.
der Schiffmauern.
Der Turm wurde niemals
verändert. Von seinem ersten Geschoß führt eine
Tür an seiner Westseite in das Freie. Der Dachstuhl des Turmes
und der Glockenstuhl ruhen auf einer eigenen Tragkonstruktion, die
gleichzeitig den Turm verspannt und zusammenschließt.
Der Zentralraum hat seinen
Haupteingang von der Nordseite des rückwärtigen Joches.
Ihm gegenüber liegt das Rundbogenprotal des Südeinganges.
Technisch und optisch wird
in diesem System der Freipfeiler des Zentralbaues zur aktiven Kraft
des Raumes. Diese Mittelstütze findet man auch im Zisterzienserkloster
Hohenfurt (Südböhmen), in der Kirche Maria Verkündigung
in Prag und in der Spitalskirche des Minoritenklosters in Neuhaus
(Böhmen).
Die genannten Kirchen verfügen
aber nicht über das seltene Motiv der Nischenfiguren im Chor
-
dieses findet man im Aachener Dom, im Münster von Freiburg/Breisgau
und im Veitsdom in Prag.
Die Nikolauskirche in Bad
Gastein muß in einem großen Zusammenhang der europäischen
Architekturentwicklung des 14. Jahrhunderts gesehen werden. Sie
ragt mit Abstand aus dem zeitgenössischen Sakralbau hierzulande
heraus.
Der Kirche blieben Abbrüche
und Neubauten erspart, sodaß der Bau von 1389 bis heute im
wesentlichen unverändert ist. Kleine Reparaturen und Instandhaltungsarbeiten
waren wie bei jeder Kirche von Zeit zu Zeit durchzuführen.
So mußt 1527 der Mesner am Kirchturm einige 'Läden' anbringen.
Wer solche Arbeiten ausführte, dem stand schon damals eine
Gefahrenzulage zu: 'Für
mein Auf- und Absteigen, daß ich habe Leib und Leben wagen
müssen, setz ich einen Gulden'.
Etwa 100 Jahre nach ihrer
Erbauung erhielt die Nikolauskirche die Wandmalereien.
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